eine blassgelbe Sonne tief über den Hügeln, bei Morgen- und Abenddämmerung

Slowenien · gesungen auf Slowenisch

Sijaj, sijaj, sončece

„Sijaj, sijaj, sončece“ („Scheine, scheine, Sönnchen“) ist ein wehmütiges slowenisches Volkslied, das die Sonne ums Scheinen bittet — doch die Sonne ist traurig: Die Mädchen weinen, weil sie früh aufstehen müssen, die Knechte zanken in der Mittagshitze, und die Hirtenjungen klagen, weil sie keine Herden heimzutreiben haben.

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Liedtext

Sijaj, sijaj, sončece, oj sonce rumeno! Kako bom pa sijalo, k’ sem vedno žalostno.

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Če zjutraj zgodaj gori grem, dekleta jokajo, bi rade še ležale, pa vstati morajo.

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Če opoldne vroče sijem, se hlapci kregajo, bi v senčici ležali, pa delat’ morajo.

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Če zvečer zgodaj doli grem, pastirci tarnajo, domov bi radi gnali, pa črede nimajo.

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Deutsche Übersetzung

Scheine, scheine, Sönnchen, o du gelbe Sonne! Wie soll ich denn scheinen, wenn ich immer traurig bin? Gehe ich morgens früh auf, weinen die Mädchen; sie blieben gern noch liegen, doch sie müssen aufstehen. Scheine ich mittags heiß, zanken die Knechte; sie lägen gern im Schatten, doch sie müssen arbeiten. Gehe ich abends früh unter, klagen die Hirtenjungen; sie trieben gern die Herden heim, doch sie haben gar keine.

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Sijaj, sijaj, sončece auf einen Blick

Herkunftsland
🇸🇮 Slowenien
Gesungen auf
Slowenisch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
slowenisches Volkslied; Verfasser unbekannt
Empfohlenes Alter
2–7
Stimmung
traditionell, Schlaflied
Zuletzt aktualisiert
27. August 2026

Bedeutung und Herkunft

Dieses Lied hat die Gestalt eines hellen Sonnengrußes, aber das Herz von etwas Wehmütigem. Es beginnt damit, die Sonne zum Scheinen zu überreden — sijaj, sijaj, sončece, „scheine, scheine, Sönnchen“ —, doch dann antwortet die Sonne unerwartet, sie könne kaum scheinen, wo sie doch immer traurig sei. Von dort breitet sich die Schwermut sanft über einen ganz gewöhnlichen Tag aus.

Jede Strophe findet einen kleinen Kummer. Geht die Sonne morgens früh auf, weinen die Mädchen, weil sie lieber liegen blieben, aber aufstehen müssen; scheint sie mittags heiß, zanken die Knechte, weil sie lieber im Schatten lägen, aber arbeiten müssen; geht sie abends früh unter, klagen die Hirtenjungen, weil sie ihre Herden heimtreiben würden, aber keine haben. Nichts Dramatisches geschieht — es ist einfach der stille, müde Schmerz des Landlebens, die zu frühen Morgen und die zu heißen Mittage. Diese weiche Wehmut, eingefaltet in ein Lied, das sonnig klingt, ist für die slowenische Volksmusik sehr charakteristisch. Es hat keinen bekannten Verfasser; es wurde einfach weitergetragen, sonnenhell und schwermütig zugleich. Der Text auf dieser Seite ist die vierstrophige Fassung, wie sie das Oktet Deseti brat auf der Website Slovenske narodne pesmi singt.

Häufige Fragen

Wovon handelt „Sijaj, sijaj, sončece“?
Von einer sanften Bitte an die Sonne — und von einem Hauch Schwermut. Der Singende fleht die gelbe Sonne an zu scheinen, doch die Sonne antwortet, sie könne kaum scheinen, wo sie doch immer traurig sei. Geht sie morgens früh auf, weinen die Mädchen, denn sie würden lieber liegen bleiben; scheint sie mittags heiß, zanken die Knechte, denn sie lägen lieber im Schatten, müssen aber arbeiten; geht sie abends früh unter, klagen die Hirtenjungen, denn sie würden gern ihre Herden heimtreiben, haben aber keine.
Ist „Sijaj, sijaj, sončece“ ein fröhliches Lied?
Es ist bittersüß. Es hat die Gestalt eines hellen Sonnenliedes, aber ein wehmütiges Herz, und verweilt bei frühen Morgen, heißen Mittagen und kleinen Kümmernissen. Diese sanfte Wehmut ist für das slowenische Volkslied sehr charakteristisch.
Woher stammt „Sijaj, sijaj, sončece“?
Es ist ein slowenisches Volkslied („ljudska pesem“) ohne bekannten Verfasser, überliefert im traditionellen Liedgut des Landes.

Quellen