Kirschblüten, die über einen frühlingshaften Hang treiben

Japan · gesungen auf Japanisch

Sakura Sakuraさくらさくら

„Sakura Sakura“ ist ein japanisches Lied über Kirschblüten, die im Frühling Hügel und Dörfer überziehen; als beliebte städtische Melodie der Edo-Zeit wurde es 1888 erstmals in einer Koto-Sammlung gedruckt und verwendet die fünftönige japanische In-Tonleiter.

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Liedtext

さくら さくら 野山も里も 見わたす限り かすみか雲か 朝日ににおう さくら さくら 花ざかり

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Romaji (lateinische Umschrift)

Sakura, sakura, noyama mo sato mo miwatasu kagiri. Kasumi ka kumo ka, asahi ni niou. Sakura, sakura, hanazakari.

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Deutsche Übersetzung

Kirschblüten, Kirschblüten, über Feldern, Hügeln und Dörfern, so weit das Auge reicht. Ist es Nebel? Ist es Wolke? Duftend in der Morgensonne. Kirschblüten, Kirschblüten, in voller Blüte.

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Sakura Sakura auf einen Blick

Herkunftsland
🇯🇵 Japan
Gesungen auf
Japanisch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
Edo-Zeit; veröffentlicht 1888
Empfohlenes Alter
3–10
Stimmung
saisonal, traditionell, beruhigend
Zuletzt aktualisiert
24. Juli 2026

So wird es gesungen

  1. Singt es langsam und gleichmäßig — das ist ein Gehlied, kein Marschlied.
  2. Lasst die beiden „Sakura“-Rufe am Anfang stehen, mit einer kleinen Pause nach jedem.
  3. Streicht bei „miwatasu kagiri“ („so weit das Auge reicht“) langsam mit einem Arm über den Horizont.
  4. Beendet „hanazakari“ ganz leise und lasst den letzten Ton verklingen, statt ihn abzubrechen.

Bedeutung und Herkunft

Das ganze Lied ist ein einziger Blick aus dem Fenster im Frühling. Es gibt keine Geschichte, keine Figur und nichts, was geschieht — nur jemanden, der Kirschblüten betrachtet, so dicht, dass er nicht herausfinden kann, wo die Blüten aufhören und die Wolken beginnen, und der genau das sagt.

Es ist nicht uralt, und es begann nicht als Volkslied vom Land. Es war eine beliebte städtische Melodie der Edo-Zeit und wurde 1888 erstmals gedruckt, in der Sammlung japanischer Koto-Musik der Tokioter Musikakademie — einem Buch mit Stücken für die Koto, die lange, dreizehnsaitige Zither, die flach auf dem Boden liegend gespielt wird; Anfänger auf der Koto lernen es bis heute früh. (Daneben gibt es ein eigenes Koto-Stück der Edo-Zeit mit dem Titel Saita sakura, und einer Theorie zufolge entstand diese Melodie als dessen Parodie.) Was als Koto-Stück gedruckt wurde, erwies sich als die bekannteste Melodie Japans. Der heute gesungene Text wurde 1941 in einem Liederbuch des Bildungsministeriums festgelegt; der ältere Text — er beginnt mit yayoi no sora wa, „der Märzhimmel“ — wurde dort an zweite Stelle gesetzt und ist gelegentlich noch zu hören.

Sein ungewöhnlicher Klang ist keine Einbildung. Die Melodie verwendet die In-Tonleiter, eine fünftönige japanische Tonleiter mit engen Halbtonschritten, die in einer westlichen Dur- oder Molltonart nicht vorkommen. Deshalb hört ein mit europäischer Musik aufgewachsener Zuhörer schon nach etwa drei Tönen, dass dieses Lied unverkennbar japanisch ist, und deshalb taucht es in Film und Fernsehen so oft als musikalisches Kürzel für Japan auf.

Für Kinder ist es ein Jahreszeitenlied, an wenige Wochen im Jahr gebunden. Die Blüte kommt, das Lied kommt hervor, die Blütenblätter fallen, und das Lied wird bis zum nächsten Frühling weggelegt — und genau darin liegt ein großer Teil des Grundes, warum es so gut im Gedächtnis bleibt. Ein Lied, das man nur zwei Wochen lang singen kann, behält seinen Anlass ein Leben lang bei sich.

Häufige Fragen

Was bedeutet Sakura Sakura?
„Sakura“ ist das japanische Wort für Kirschblüte. Das Lied beschreibt Blüten, die Felder, Hügel und Dörfer bedecken, so weit das Auge reicht — so dicht, dass der Singende nicht mehr sagen kann, ob er Blüten, Nebel oder Wolken vor sich hat.
Ist Sakura Sakura ein Kinderlied oder ein Volkslied?
Beides, je nachdem, wo man ihm begegnet. Es war eine beliebte städtische Melodie der Edo-Zeit, 1888 in einer Koto-Sammlung gedruckt, nach der Anfänger auf dem Instrument lernen; heute wird es von japanischen Kindern gesungen und von erwachsenen Musikern gespielt.
In welcher Tonleiter steht Sakura Sakura?
Es verwendet die In-Tonleiter, eine fünftönige japanische Tonleiter mit engen Halbtonschritten. Daher rührt sein für westliche Ohren so eigener Klang — die Melodie bewegt sich in Schritten, die eine Dur- oder Molltonleiter gar nicht kennt.
Welcher Text von Sakura Sakura wird heute gesungen?
Die Strophe, die die meisten kennen, veröffentlichte das Bildungsministerium 1941 im Liederbuch „Uta no hon“; der ältere Text — er beginnt mit „yayoi no sora wa“, „der Märzhimmel“ — wurde dort an zweite Stelle gesetzt. Beide werden noch gesungen.

Quellen