Pierrot an einem mondbeschienenen Fenster, neben ihm eine erloschene Kerze

Frankreich · gesungen auf Französisch

Au Clair de la Lune

„Au clair de la lune“ ist ein französisches Volkslied aus dem 18. Jahrhundert von unbekannter Hand, das einen einzigartigen Platz in der Geschichte hat: Ein paar Takte daraus, aufgenommen im Jahr 1860, sind die früheste erkennbare Aufnahme einer menschlichen Stimme.

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Liedtext

Au clair de la lune, Mon ami Pierrot, Prête-moi ta plume Pour écrire un mot. Ma chandelle est morte, Je n'ai plus de feu. Ouvre-moi ta porte Pour l'amour de Dieu.

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Deutsche Übersetzung

Im Mondenschein, mein Freund Pierrot, leih mir deine Feder, um ein Wort zu schreiben. Meine Kerze ist erloschen, ich habe kein Feuer mehr. Öffne mir deine Tür, um der Liebe Gottes willen.

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Au Clair de la Lune auf einen Blick

Herkunftsland
🇫🇷 Frankreich
Gesungen auf
Französisch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
18. Jahrhundert (gedruckt 1820)
Empfohlenes Alter
2–7
Stimmung
Schlaflied, traditionell
Zuletzt aktualisiert
25. Juli 2026

Bedeutung und Herkunft

Nur wenige Kinderlieder tragen ein so bemerkenswertes Geheimnis in sich. „Au clair de la lune“ ist ein scheinbar ganz gewöhnliches französisches Volkslied aus dem 18. Jahrhundert — eine kleine mondbeschienene Szene, in der der Sänger an die Tür eines Freundes namens Pierrot klopft und um eine Feder bittet, weil seine Kerze erloschen ist und er kein Feuer hat, um sie wieder anzuzünden. Niemand weiß, wer es geschrieben hat; es tauchte 1820 einfach im Druck auf und wird seither gesungen, oft langsam, als Schlaflied.

Sein Ruhm beruht auf einer einzigen außergewöhnlichen Tatsache. Am 9. April 1860 — siebzehn Jahre bevor Edison seinen Phonographen baute — nahm der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville mit einem Gerät namens Phonautograph auf, wie jemand die ersten Takte des Liedes sang: als Spur auf einem rußgeschwärzten Blatt. Abspielen konnte er die Aufnahme nicht; er zeichnete den Klang nur als gewellte Linie auf. Doch 2008 verwandelten Forscher diese Linie in hörbaren Klang — und so wurde ein Stückchen dieses Kinderliedes zur frühesten erkennbaren Aufnahme einer menschlichen Stimme der Geschichte.

In den Worten verbirgt sich sogar eine kleine gelehrte Fußnote. Manche glauben, die Zeile prête-moi ta plume („leih mir deine Feder“) habe einst prête-moi ta lume gelautet — mit einem alten Wort für Licht oder Lampe —, was viel besser zum Thema des Liedes, der verlorenen Flamme, passt. Ob Feder oder Licht: Es bleibt eine kleine, zarte Sache — die Bitte an einen Nachbarn in dunkler Nacht, die die Welt zufällig für immer bewahrt hat.

Häufige Fragen

Wovon handelt „Au clair de la lune“?
Von einer kleinen nächtlichen Szene. Im Mondschein ruft der Sänger einen Freund namens Pierrot: Leih mir deine Feder, um ein Wort zu schreiben, meine Kerze ist erloschen und ich habe kein Feuer, also öffne mir um Gottes willen deine Tür. Das Lied ist sanft und ein wenig melancholisch und wird oft als Schlaflied gesungen.
Wie alt ist „Au Clair de la Lune“, und wer hat es geschrieben?
Es ist ein französisches Volkslied des 18. Jahrhunderts, dessen Komponist und Textdichter unbekannt sind. Gedruckt erschien es erstmals 1820, eine vollständigere Fassung mit vier Strophen wurde 1858 veröffentlicht.
Warum ist „Au Clair de la Lune“ historisch bedeutsam?
Wegen einer Aufnahme. Am 9. April 1860 hielt Édouard-Léon Scott de Martinville mit seinem „Phonautographen“ fest, wie jemand die erste Zeile des Liedes sang — die früheste erkennbare Aufnahme der menschlichen Stimme, entstanden 17 Jahre vor Edisons Phonographen. 2008 wurde die Spur wieder in abspielbaren Klang verwandelt.

Quellen