
Liedtext
Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See, Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh'.
#Alle meine Entchen auf einen Blick
- Herkunftsland
- 🇩🇪 Deutschland
- Gesungen auf
- Deutsch
- Text von
- Traditionell
- Erstmals belegt
- Melodie 18. Jh.; Text 19. Jh.
- Empfohlenes Alter
- 2–7
- Stimmung
- verspielt, traditionell
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
Bedeutung und Herkunft
Dies ist oft das allererste Lied, das ein Kind in Deutschland lernt, und ein sanfteres lässt sich kaum denken. Es gibt keine Geschichte — nur eine Reihe Entchen auf einem See, Köpfchen tauchen unter Wasser, Schwänzchen kippen in die Höhe — und dieses eine weiche Bild, langsam gesungen, liegt irgendwo zwischen Kinderlied und Wiegenlied.
Seine Geschichte ist ein wenig ungleich gewachsen. Die Melodie ist der alte Teil: Sie ist etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt und taucht dort in Tanzmusikhandschriften auf; die vertrauten Worte kamen später hinzu, im 19. Jahrhundert. Manchmal wird der Komponist Ernst Anschütz als Urheber genannt, doch nachweisen lässt sich das nicht — das Lied wurde einfach weitergegeben, bis Sammler es aufschrieben; einer tat es 1891 in einem Buch hessischer Kinderlieder.
Die Melodie hat eine erstaunlich weite Verwandtschaft. Die schlichte aufsteigende Phrase am Anfang klingt durch ein gutes Stück europäischer Musik: Ihre Gestalt hört man am Beginn der israelischen Nationalhymne „Hatikvah“ und in Smetanas großem Flussstück „Die Moldau“. Ein Lied über Entchen teilt seine ersten Töne, wie sich zeigt, mit sehr vornehmer Gesellschaft.
Häufige Fragen
- Wovon handelt „Alle meine Entchen“?
- Von sehr wenigem, zart beobachtet: eine Reihe Entchen schwimmt auf einem See, taucht die Köpfchen ins Wasser und streckt die Schwänzchen in die Höhe. Weitere Strophen lassen Täubchen, Hühnchen und Gänschen ganz Ähnliches tun. Es ist ein erstes Lied für sehr kleine Kinder, vom Gefühl her fast ein Wiegenlied.
- Wie alt ist „Alle meine Entchen“?
- Die Melodie ist etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt — sie taucht in alten Tanzmusikhandschriften auf —, während der Text meist ins 19. Jahrhundert datiert wird. Ernst Anschütz wird manchmal als Urheber genannt, doch belegen lässt sich das nicht; spätestens 1891 stand das Lied gedruckt in einer Sammlung hessischer Kinderlieder.
- Warum klingt die Melodie so vertraut?
- Weil diese schlichte aufsteigende Phrase an vielen Stellen wiederkehrt. Verwandte Melodien finden sich in anderen europäischen Liedern, und dieselbe Anfangsgestalt erklingt am Beginn der israelischen Hymne „Hatikvah“ und in Smetanas „Die Moldau“.


