ein Kind und ein Bäcker rühren einen Kuchenteig, sieben Zutaten auf dem Tisch

Deutschland · gesungen auf Deutsch

Backe, backe Kuchen

„Backe, backe Kuchen“ ist ein deutsches Kinderlied, vermutlich aus der Zeit vor 1840 in Sachsen und Thüringen, das die „sieben Sachen“ aufzählt, die man für einen guten Kuchen braucht; seine gereimte Zutatenliste steht schon um 1450, als Rezept für ein Mus, in einem württembergischen Kochbuch.

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Liedtext

Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen. Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gehl. Schieb, schieb in'n Ofen 'nein.

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Backe, backe Kuchen auf einen Blick

Herkunftsland
🇩🇪 Deutschland
Gesungen auf
Deutsch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
vor 1840 (vermutlich); gereimte Zutatenliste um 1450
Empfohlenes Alter
2–7
Stimmung
verspielt, traditionell
Zuletzt aktualisiert
27. August 2026

So wird es gesungen

  1. Die sieben Zutaten beim Aufzählen an den Fingern abzählen.
  2. Bei „Schieb, schieb in'n Ofen 'nein!“ beide Hände nach vorn schieben, als würde der Kuchen in den Ofen geschoben.

Bedeutung und Herkunft

Das ist Deutschlands großes Backlied, und eigentlich ist es eine Liste: sieben Sachen für einen guten Kuchen, paarweise genannt, und zum Schluss ein Schubs in den Ofen. Der Bäcker „hat gerufen“ — der deutsche Wikipedia-Artikel führt diese Zeile auf einen alten Brauch zurück, nach dem die Bäcker nach dem Brotbacken ins Horn stießen, um den Frauen der Nachbarschaft zu melden, dass die Restwärme des Ofens nun für ihre Kuchen frei war.

Diese Liste ist älter als das Lied. „Backe, backe Kuchen“ stammt vermutlich aus der Zeit vor 1840, aus Sachsen und Thüringen, doch sein gereimtes Rezept steht schon um 1450 im Kochbuch des Maister Hannsen, Koch des Herrn von Württemberg — noch nicht für einen Kuchen, sondern für ein gutes Mus: milch, saltz und schmaltz, zugker, ayer und mel, saffran dar zu, so wirt es gell. Das Lied hat, fast Wort für Wort, eine beinahe sechs Jahrhunderte alte Merkform für ein Rezept bewahrt.

Eine Zeile bewahrt sogar ein verlorenes Wort. Safran macht den Kuchen gehl verwendet die alte Form „gehl“ (oder „gel“) statt des heutigen „gelb“, weil sich „gehl“ auf „Mehl“ reimt. Die Kinder, die es singen, halten damit ein mittelalterliches Rezept und ein Stückchen älteres Deutsch am Leben — ohne je zu ahnen, dass sie beides tun.

Häufige Fragen

Wovon handelt „Backe, backe Kuchen“?
Vom Kuchenbacken. Der Bäcker hat gerufen, und wer einen guten Kuchen backen will, braucht sieben Sachen — Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, dazu Safran, der ihn gelb macht —, bevor er in den Ofen geschoben wird. Es ist ein Aufzähllied, und die sieben Sachen lassen sich an den Fingern abzählen.
Wie alt ist „Backe, backe Kuchen“?
Das Lied stammt vermutlich aus der Zeit vor 1840, aus Sachsen und Thüringen, doch seine gereimte Zutatenliste ist viel älter: Ein württembergisches Kochbuch von etwa 1450 nennt dieselben sieben Sachen — Milch, Salz, Schmalz, Zucker, Eier, Mehl und Safran — in Reimform, als Rezept für ein gutes „Mus“, noch nicht für einen Kuchen.
Warum heißt es „Safran macht den Kuchen gehl“?
Safran gab dem Gebäck früher eine goldgelbe Farbe. Die alte Wortform „gehl“ (auch „gel“ geschrieben) ist geblieben, weil sie sich auf „Mehl“ reimt — das heutige „gelb“ täte das nicht.

Quellen