ein Junge in der Ecke, der eine Pflaume aus einem Weihnachtskuchen zieht

Vereinigtes Königreich · gesungen auf Englisch

Little Jack Horner

„Little Jack Horner“ ist ein englischer Kinderreim, auf den 1725 angespielt wird und der bis 1791 vollständig gedruckt vorlag; eine beliebte Legende verbindet ihn mit einem Verwalter, der die Urkunden eines Guts in einem Weihnachtskuchen versteckt hielt — bewiesen ist die Geschichte allerdings nicht.

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Liedtext

Little Jack Horner sat in the corner, Eating his Christmas pie. He put in his thumb and pulled out a plum, And said "What a good boy am I!"

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Deutsche Übersetzung

Little Jack Horner saß in der Ecke und aß seinen Weihnachtskuchen. Er steckte den Daumen hinein und zog eine Pflaume heraus und sagte: „Was für ein braver Junge ich bin!“

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Little Jack Horner auf einen Blick

Herkunftsland
🇬🇧 Vereinigtes Königreich
Gesungen auf
Englisch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
1725 (Anspielung); vollständig gedruckt bis 1791, möglicherweise 1765
Empfohlenes Alter
2–7
Stimmung
verspielt, traditionell, saisonal
Zuletzt aktualisiert
27. August 2026

Bedeutung und Herkunft

Der Reiz dieses Reims liegt in seiner leisen Selbstgefälligkeit. Jack sitzt für sich allein, zieht sich mit dem Daumen eine Pflaume aus dem Kuchen und lobt sich gleich darauf für seine eigene Bravheit — ein kleines, komisches Bild eines Kindes, das mit sich selbst hochzufrieden ist, ohne jeden guten Grund. Henry Carey spielte schon 1725 in seiner Satire Namby Pamby darauf an, und vollständig gedruckt wurde er in Mother Goose’s Melody — vielleicht 1765, die älteste erhaltene englische Ausgabe stammt jedoch von 1791.

Er trägt außerdem eine der besseren Kinderreim-Legenden mit sich. Im neunzehnten Jahrhundert verbreitete sich die Geschichte, „Jack“ sei in Wahrheit Thomas Horner gewesen, Verwalter des letzten Abts von Glastonbury zur Zeit Heinrichs VIII. Der Erzählung nach wurde Horner mit einem Geschenk für den König nach London geschickt — einer Pastete, in der die Urkunden für zwölf Güter verborgen waren — und hob unterwegs den Deckel, nahm die Urkunde für das Gut Mells heraus und behielt sie. Die Pflaume, die er herauszog, sei, so die Geschichte, eben dieses Gut gewesen.

Es ist eine schöne Erzählung, und sie ist nicht bestätigt. Urkunden belegen zwar, dass Thomas Horner Mells erwarb, doch spätere Besitzer von Mells Manor haben erklärt, die Legende sei unwahr und die Urkunde sei der Abtei abgekauft worden, und für die Pastete gibt es keinen Beleg. Wie so viele Reime zieht auch „Little Jack Horner“ eine hübsche historische Erklärung an, die sich nicht recht beweisen lässt.

Häufige Fragen

Wie alt ist „Little Jack Horner“?
Die früheste Anspielung auf den Vers findet sich in „Namby Pamby“, einer Satire von Henry Carey aus dem Jahr 1725. Vollständig aufgeschrieben wurde er zuerst in „Mother Goose''s Melody“, die möglicherweise von 1765 stammt; die älteste erhaltene englische Ausgabe ist allerdings von 1791.
Geht es in dem Reim um einen echten Jack Horner?
Es gibt eine bekannte Legende, aber keinen Beweis. Im 19. Jahrhundert kam die Geschichte auf, „Jack“ sei in Wahrheit Thomas Horner gewesen, Verwalter des letzten Abts von Glastonbury: Er sei mit einer Pastete nach London geschickt worden, in der die Urkunden für zwölf Güter versteckt lagen, und habe eines davon — Mells in Somerset — stillschweigend für sich behalten; die Pflaume, die er herauszog, sei eben dieses Gut gewesen. Urkunden zeigen zwar, dass Horner Mells tatsächlich erwarb, doch spätere Besitzer von Mells Manor haben erklärt, die Legende sei unwahr und die Urkunde sei der Abtei abgekauft worden, und die Geschichte lässt sich nicht bestätigen.
Was sagt der Reim eigentlich?
Auf den ersten Blick sehr wenig: Ein Junge sitzt in der Ecke, zieht sich mit dem Daumen eine Pflaume aus seinem Weihnachtskuchen und beglückwünscht sich selbst. Genau diese Selbstzufriedenheit ist die Pointe — „was für ein braver Junge ich bin“, und das fürs bloße Zugreifen.

Quellen