ein Erwachsener benennt die fünf Finger eines Kindes, vom Daumen bis zum kleinen Finger

Deutschland · gesungen auf Deutsch

Das ist der Daumen

„Das ist der Daumen“ ist ein überlieferter deutscher Fingerreim, der die fünf Finger der Reihe nach benennt — der Daumen schüttelt die Pflaumen, die anderen heben sie auf und tragen sie heim, und der Kleinste isst sie alle auf.

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Liedtext

Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf, der trägt sie nach Haus, und der Kleine isst sie alle auf.

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Das ist der Daumen auf einen Blick

Herkunftsland
🇩🇪 Deutschland
Gesungen auf
Deutsch
Text von
Traditionell
Erstmals belegt
spätestens 1891 belegt (Kasseler Kinderliedchen)
Empfohlenes Alter
2–7
Stimmung
verspielt, traditionell
Zuletzt aktualisiert
27. August 2026

Bedeutung und Herkunft

Dies ist der deutsche Vetter von „This Little Piggy“ — ein Reim, der nicht an den Zehen, sondern an den Fingern gespielt wird. Man nimmt die Hand des Kindes und tippt beim Benennen jeden Finger an: Der Daumen schüttelt die Pflaumen vom Baum, der nächste hebt sie auf, der nächste trägt sie nach Haus, und der kleinste Finger, der als Letzter kommt, isst vergnügt den ganzen Rest. In fünf kurzen Zeilen lernt ein Kind alle fünf Finger kennen — und gleich noch einen kleinen Scherz dazu.

Der Reim ist wirklich alt und hat keinen einzelnen Verfasser — er wurde mündlich weitergegeben, besonders in Thüringen. Eine Fassung war bereits 1891 in den Kasseler Kinderliedchen gedruckt, und Volkskundler haben viele örtliche Varianten gesammelt: Im Haupttext des Archivs ist der kleinste Finger ein „Schelm“, anderswo ein „Spitzbube“ oder heißt je nach Gegend „Binkes“, „Wacker“, „Wex“, „Krüppel“ oder „Klenkes“, und in einer Fassung aus Macht auf das Tor (1905) läuft er zur Mutter petzen, statt die Pflaumen zu essen. Der Archivtext hat der liest sie auf und der kleine Schelm; der hier wiedergegebene Wortlaut mit hebt und schlichtem der Kleine ist der heute am häufigsten gedruckte.

Was den Reim am Leben hält, ist seine Nützlichkeit. Fast jede Kultur kennt einen Reim, der die Finger oder Zehen der Reihe nach durchgeht, denn es gibt kaum einen natürlicheren Weg, die Aufmerksamkeit eines Babys zu halten und dabei Zählen und Körperteile zugleich beizubringen. Die deutsche Antwort ist diese kleine Obstgarten-Geschichte — fünf Finger, ein Pflaumenbaum und ein verfressener kleiner Finger am Schluss.

Häufige Fragen

Wie spielt man „Das ist der Daumen“?
Man nimmt die Hand des Kindes und tippt beim Aufsagen jeden Finger der Reihe nach an: Der Daumen schüttelt die Pflaumen vom Baum, der nächste Finger hebt sie auf, der nächste trägt sie nach Haus — und der kleine Finger isst sie alle auf. So lernt ein kleines Kind seine fünf Finger anhand einer winzigen Geschichte kennen.
Wie alt ist „Das ist der Daumen“?
Es ist ein überlieferter Reim ohne bekannten Verfasser, mündlich weitergegeben (besonders in Thüringen). Eine Fassung war bereits 1891 in den „Kasseler Kinderliedchen“ gedruckt, der Reim ist also mindestens seit dem 19. Jahrhundert im Umlauf.
Gibt es ein englisches Gegenstück zu „Das ist der Daumen“?
Ja — der Reim ist das deutsche Pendant zu „This Little Piggy“, dem englischen Zehenzählspiel. Beide benennen die Finger oder Zehen der Reihe nach und geben dem Kleinsten ein komisches Ende, nur geht es in der deutschen Fassung um Pflaumen statt um einen Gang zum Markt.

Quellen