
Liedtext
Schlaf, Kindlein, schlaf! Der Vater hüt' die Schaf, die Mutter schüttelt's Bäumelein, da fällt herab ein Träumelein. Schlaf, Kindlein, schlaf!
#Schlaf, Kindlein, Schlaf auf einen Blick
- Herkunftsland
- 🇩🇪 Deutschland
- Gesungen auf
- Deutsch
- Text von
- Traditionell
- Erstmals belegt
- erste Strophe 1611
- Empfohlenes Alter
- 2–7
- Stimmung
- Schlaflied
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
Bedeutung und Herkunft
Dies ist eines der ältesten Wiegenlieder, die im Deutschen noch gesungen werden, und eines der zartesten. Seine Welt ist ganz und gar ländlich: der Vater ist draußen bei den Schafen, die Mutter schüttelt sanft ein Bäumchen, und aus seinen Zweigen sinkt ein kleiner Traum auf das schlafende Kind herab. Es geschieht nichts, und es muss auch nichts geschehen — das ganze Lied ist ein Beruhigen, und seine langen weichen Vokale tun die Arbeit des Einschlafens.
Seine Wurzeln reichen tief. Die erste Strophe wurde schon 1611 vom Komponisten Melchior Franck aufgezeichnet, was es zu einem der am frühesten bezeugten deutschen Kinderlieder überhaupt macht. Ein großes Publikum erreichte es zwei Jahrhunderte später, als Clemens Brentano es — mit weiteren hinzugefügten Strophen — in „Des Knaben Wunderhorn“ (1808) aufnahm, die große Volksliedsammlung der Romantik.
Die Melodie, die die meisten singen, entstand etwas früher: Johann Friedrich Reichardt komponierte sie 1781. Dieselbe Weise gab er einem anderen Kinderlied, „Maikäfer flieg“, die beiden sind also musikalische Zwillinge. Schicht um Schicht — eine Strophe von 1611, eine Melodie von 1781, weitere Strophen bis 1808 — wuchs das Wiegenlied über Jahrhunderte zusammen und bringt seither still und leise Kinder zum Schlafen.
Häufige Fragen
- Wie alt ist „Schlaf, Kindlein, schlaf“?
- Sehr alt. Die erste Strophe wurde bereits 1611 vom Komponisten Melchior Franck aufgezeichnet. Weithin bekannt wurde das Wiegenlied, als Clemens Brentano es 1808 mit weiteren Strophen in die gefeierte Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ aufnahm.
- Woher stammt die Melodie?
- Die heute übliche Weise schrieb Johann Friedrich Reichardt 1781. Er verwendete dieselbe Melodie für ein weiteres deutsches Kinderlied, „Maikäfer flieg“ — die beiden teilen sich also eine Melodie.


